Andere Länder, andere Sitten? Aber…

Ich freue mich immer sehr, wenn ich von euch Nachrichten mit Fragen aller Art zu unserer Reise oder dem Reisen generell gestellt bekomme. Das regt auch mich und uns zum Nachdenken an und wir kommen ins Gespräch. So schrieb mir eine liebe Leserin heute:

„Wieso werden von Reisenden immer wieder Dinge in fremden (meist asiatischen) Ländern hingenommen, die in Deutschland als völlig total inakzeptabel gelten? Zum Beispiel die Müllberge, die damit verbundene Plastikflut, oder dass Kinder nicht in Kindersitzen im Auto transportiert werden oder gar auf dem Roller als ganze Familie und das ohne Helm. Heute hast du von der giftigen Farbe erzählt, mit der auf der Straße gestrichen wurde. Oder das Plastik-Kinderspielzeug, was in Deutschland keine Zulassung bekommen würde. Wie sind eure Ansichten dazu?“

Wie wir Maubachs das so machen

(Ich habe die Fragen sinngemäß angepasst bzw. ausgeführt)

Nun, ich kann da natürlich nicht für alle Reisenden sprechen, möchte aber gern unsere Sicht oder Einstellung dazu erzählen. 

Generell ist für uns klar, dass wenn wir in ein anderes Land reisen, es dort auch andere Standards, Ansichten, Kulturen, Gesetze usw. gibt. Es ist eben nicht Deutschland. Wir müssen für uns schauen, wie wir uns damit arrangieren. Zum einen recherchieren wir ein bisschen im Vorfeld, wie wichtige Dinge laufen und dann gleichen wir ab, ob wir damit ok sind. Den Rest sehen wir vor Ort und entscheiden dann. Aktuell sind wir in Thailand und da läuft schon einiges anders. Das Mobilsein z.B.: hier ist es üblich mit dem Roller unterwegs zu sein, auch mit Babys und Kindern oder mal eine ganze Familie auf einmal. Die wenigsten mit Helm. Unser Kompromiss: wir fahren auch Roller, aber wir Vier tragen alle Rollerhelme, auch die Kinder. Und wir fahren an Orten Roller, wo wir es uns gut zutrauen, sprich der Verkehr nicht zu wild ist. Bangkok wäre jetzt keine Option für uns da Roller zu fahren. Da fahren wir dann lieber Taxi oder TukTuk, wo wir beim nächsten Punkt sind. Es gibt keine Kindersitze in den Taxen, nicht im Kofferraum und nicht in der Zentrale zum vorbestellen. Heißt für uns: wir schnallen uns mit den Kids an und sie sind bei uns auf dem Schoß. In offenen Taxis oder TukTuks, wie wir sie schon in unseren Storys auf Instagram gezeigt haben, geht das nicht. Für uns: wir nutzen diese Transportmittel, Kinder kommen auf den Schoß, dürfen an der Ampel auch mal aus dem Fenster gucken und sich selbst festhalten. Wir schauen, wie ist die aktuelle Situation. Was ist mit unserem Risiko-Sicherheits-Bedürfniss wie vereinbar. 

 

Giftig stinkende frisch gestrichene Farbe auf dem Gehweg vorm Restaurant? Wir gehen woanders hin, stinkt uns zu sehr und wollen wir unsere Kinder (und uns) nicht in dem Dunst sitzen haben. Billiges Plastikspielzeug? Darf es im Notfall sein, wenn es nichts anderes gibt aber dringend gebraucht wird (in kleinen Orten gibt es manchmal gar keine Spielzeuggeschäfte oder dies oder das…). Diesmal haben wir nicht daran gedacht, alles mitzunehmen aus Deutschland und hier etwas gekauft. Die billigen Spielsachen halten aber nicht wirklich lange und die Spieldauer ist begrenzt. Es ist ein Kompromiss. Wenn es dann in einer größeren Stadt wieder andere Möglichkeiten gibt, können wir uns da mit anderen Sachen eindecken.

Und so könnte ich das für uns weiterführen. Neue Situation, die und die Gegebenheiten und wir schauen dann, was sich für uns in diesem Moment gut und richtig anfühlt. Danach entscheiden wir. 

Denn wenn wir vorher schon viele Vorbehalte gehabt hätten, und unsere „deutschen Vorstellungen“ hierher oder überall hin anders mitgebracht hätten, wären wir sicherlich sehr unglücklich mit dieser Reise geworden. 

Je länger wir in der Welt unterwegs sind, desto mehr können wir loslassen und uns auf das Neue einlassen. Und das macht es ja so spannend, wie machen die das denn da oder dort. Ist es gut/fühlt es sich immer noch richtig an, Dinge so oder so zu tun? Kann ich mir von den neuen Erfahrungen etwas mitnehmen oder überdenke ich sogar meine bisherige Haltung? Freiheit ist manchmal sehr herausfordernd und lockt aus der Komfortzone. Gut so, denn es gibt doch nicht die eine einzige Wahrheit auf dieser Welt.

Viele liebe Grüße aus Chiang Mai, Thailand.

{ Suse }
2 Kommentare
  1. Angelika
    Angelika says:

    Liebe Suse, vielen Dank für die superschnelle Reaktion und die detaillierten Ausführungen auf meine Frage! Ich liebe euren IG Account sehr und freue mich euch virtuell begleiten zu dürfen! Danke!!

    Antworten
  2. Mariam
    Mariam says:

    Du sprichst mir aus dem Herzen liebe Suse. Ich würde in Deutschland auch niemals so mit den Kindern Roller fahren, wie hier in Thailand. Aber in Deutschland fahren die Menschen auch deutlich weniger defensiv, um es nett auszudrücken. Die Menschen überall auf der Welt sind anders und es ist wunderschön sich auf andere Kulturen einzulassen. Sie geben uns so viel und wir ihnen ebenso. Dieses Jahr gibt es z.b. in vielen Restaurants kein Plastik, sondern Pappe für Takeaway, einfach weil wir alle es einfordern und vorleben. Was wir Deutschen gerne vergessen, Recycling gibt es bei uns auch noch nicht ewig. Erinnert Euch an den verdreckten Rhein usw. Die Welt ist im Wandel und jeder von uns trägt hierzu etwas bei ❤️

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